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Zwischen Tür und Angel
Theater Lakritz beginnt an diesem Sonntag mit einer neuen szenischen Lesereihe im Darmstädter Mollerhaus. Ein Repertoire aus Geschichten, Minidramen und Experimenten
DARMSTADT. Zeit ist Geld, wir haben es stets eilig, und die Tagesschau beginnt um 20 Uhr. Diesen Umständen scheint Theater Lakritz Rechnung zu tragen, indem es Freunden der Literatur so genannte Schnellschüsse bietet. Bereits um 18 Uhr ist am Sonntag im Darmstädter Mollerhaus der erste Abend der neuen Reihe – eine literarische Improvisation als einfallsreiche Mischung aus Darstellung und Rezitation. In nur 45 Minuten versuchen Andreas Konrad und Björn Lehn unter der Regie von Konrad Büttner, auf unterhaltsame Weise Freude an Text und schauspielerischer Umsetzung zu bieten. Nicht mehr als vier Mal wurde geprobt, so dass Theaterarbeit erlebbar wird an einem Punkt, der noch vor einer ausgefeilten Premiere liegt.
Daher ist die Vorstellung nicht auf der Bühne des Theatersaals, sondern in den Räumen davor: im Treppenhaus, auf den Gängen, in den Waschräumen und unter Einbeziehung von Garderobentisch und Bänken. Dabei ist auch die Miteinbeziehung des Publikums ist nicht ganz auszuschließen.
Literatur wird experimentell in Szene gesetzt, wobei in der Kürze der Zeit mancher Text zurechtgestutzt wird und auch mal eine Pointe danebengehen darf. Das Repertoire der bis Mai einmal monatlich geplanten Lesungen setzt sich aus Kurzgeschichten, Minidramen, Neuveröffentlichungen und Textexperimenten zusammen. Am Sonntag bringt Andreas Konrad eine Rezitation nach Steven Kings Erzählung „Omi“ zu Gehör. Es sind die Erlebnisse eines Jungen, der sich mit Ekel und Angst vor dem Alter auseinandersetzen muss. Die Besucherzahl ist auf 40 Personen begrenzt, um dem Spiel auch in abseitigen Nischen Raum zu geben.
Artikel des Darmstadtädter Echos vom 18. Februar 2006 (Nicole Ploog)
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