|
Mit Kapitän Nemo unterwegs
Zwingenberg. Im Theater Mobile wurde das Stück "Kapitän Nemo" vom Theater Lakritz aufgeführt. Das Stück handelt von einem Mann, der sich aus Enttäuschung über die Menschheit und die Welt in der er lebt eine eigene Welt erschafft. Das Theater Lakritz ist in Darmstadt ansässig, aber viele seiner Mitglieder sind auch im Theater Mobile aktiv. Andreas Konrad spielt Kapitän Nemo. Konrad ist freiberuflicher Holzbildhauer und Schauspieler und ist im Theater Mobile auch als Gastregiesseur tätig. Julia Schlipf spielt Martha, die Tochter des Kapitän Nemo. Sie hat 2001 die Theatergruppe Maskerade mitbegründet und wurde 2002 ins Theater Mobile aufgenommen. Marthas Freund wird gespielt von Björn Lehn. Auch er ist Mitbegründer der Theatergruppe Maskerade und ständiges Ensemblemitlgied im Theater Mobile. Lehn studiert an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz Theaterwissenschaften, Kulturanthropologie und Pädagogik.
Das Stück "Kapitän Nemo" von Ferruccio Cainero beginnt damit, dass die junge Frau Martha sich mit ihrem Freund Michael streitet. Michael beschwert sich, Martha habe keine Zeit für ihn. Martha hat ein Geheimnis, dass sie nicht verraten will. Doch Michael findet das Geheimnis schließlich heraus: Marthas Vater scheint "verrückt" geworden zu sein. Er hat ein Lagerhaus gemietet, aus altem Krempel ein Unterseeboot gebaut und bildet sich nun scheinbar ein, er sei Nemo, der Kapitän der Nautilus. Martha versucht an ihren Vater heranzukommen, doch es gelingt ihr nicht. Ihr Vater hat sich von den Menschen abgewandt. Er möchte im Meer leben. Er erklärt, er sei nur noch voller Hass. Bei dem Menschen sieht er nur noch Mord und Verbrechen. Im Meer findet er Freiheit, Liebe und Bewegung. Martha versucht, sich auf das Spiel ihres Vaters einzulassen, doch sie kann ihn nicht dazu bewegen "an Land zu gehen". Schließlich erkennt Michael, Marthas Freund, was in ihrem Vater vorgeht. Kapitän Nemo hat seine Frau verloren und seine Tochter hat ihn im Stich gelassen. Er war einsam und alleine. Deshalb hat er sich eine neue Welt erschaffen. Eine Welt mit wundersamen Unterwasserwesen, leuchtenden Fischen und Muscheln voller schöner Perlen. Michael ist fasziniert von dieser Welt. Er findet es schön, wieder einmal Kind zu sein. Schließlich sieht auch Martha ein, was für eine wunderbare Welt ihr Vater aus all den alten Sachen geschaffen hat. Ihr wird klar, dass sie sich in dieser Welt jung und frei fühlt. Als die Tochter ihren Vater versteht, sich auf ihn einlässt und für ihn da ist, kann auch der Vater wieder er selbst sein und die beiden können sich wieder in die Arme schließen. Gemeinsam gehen die drei nun auf große Fahrt mit der Nautilus.
Die Kinder, die im Theater Mobile zu Gast waren, waren fasziniert von der wundersamen Welt, in die sie entführt wurden. Sie fieberten und lachten mit. Auch die erwachsenen Zuschauer konnten sich zurück versetzen lassen in die Vergangenheit und das Gefühl, Kind zu sein, frei und voller Phantasie.
Artikel des Bergsträßer Anzeigers vom 10. Dezember 2007 (eli)
[zurück zur Übersicht]
|
|
 |